Das Medienvertrauen nimmt wieder zu. Eine Umfrage des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Bildquelle: Statista

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In Zeiten, in denen nicht zuletzt der amerikanische Präsident das Schlagwort „Fake News“ salonfähig gemacht hat, nimmt hingegen das Medienvertrauen der Deutschen nach einem Tief im Jahr 2016 wieder zu. Dies geht aus der Langzeitstudie „Medienvertrauen“ des Instituts für Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor, die im Rahmen einer Befragung von 1.200 Personen über mehrere Jahre Einstellungen zu Medien untersucht hat und für Deutsche ab 18 Jahren repräsentativ ist.

Während 2016 noch 22 Prozent der Befragten angaben, man könne den Medien eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen, meinen dies 2017 nur noch 17 Prozent. Damit hat der Anteil derer mit starkem Misstrauen in die Medien deutlich abgenommen, der sehr geringe Wert von 7% aus dem Jahr 2008 wird jedoch nicht erreicht. Im Jahr 2017 sagen zugleich 42 Prozent der Befragten, man könne den Medien eher oder voll und ganz vertrauen, 41% beurteilen differenziert.

Gleichermaßen stimmen 2017 im Vergleich zu 2016 weniger Befragte den Aussagen zu, dass die Bevölkerung von den Medien systematisch belogen werde und die Medien und die Bevölkerung Hand in Hand arbeiteten, um die Bevölkerung zu manipulieren.

Für die Demokratie ist das wachsende Medienvertrauen eine gute Nachricht. Nur wenn Bürgerinnen und Bürgern mediale Berichterstattung als glaubhaft und gut einschätzen, können die Medien ihrer Rolle als „vierte Gewalt“ gerecht werden. Allerdings: Ein gewisses Maß an Grundvertrauen darf nicht in einem völligen Ausbleiben von gerechtfertigter Kritik münden. Nur so sind die Zeitungen, Fernsehsender, Rundfunkanstalten, Radiosender und Online-Redaktionen Deutschlands zur permanenten Qualitätsverbesserung ihrer Arbeit angehalten.

Quelle: JGU Mainz